HOCHSTIFT - KIRCHE - KAISERREICH
WIEDERAUFBAU DER KIRCHE
1733 wird berichtet, dass die Kirche noch immer vom Dreißigjährigen Krieg teilzerstört war. In einem Bittbrief der Bevölkerung hieß es: „Ist das Langhaus ohn Bedacht, woran das Mauerwerk noch stehet, der Chor nebst dem Turm ist bedeckt, vorn am Eingang aber völlig offen. Wir sind gezwungen, die Messe unter freiem Himmel zu hören.“ Sicher ist die doch lange Zeit des Widerstandes gegen den Religionswechsel Ausschlag, dass Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim, 77. Bischof von Speyer, der im Bruchsaler Schloss seinen Amtssitz innehatte, zögerte, den Wiederaufbau des Gotteshauses zu genehmigen.
Im Jahre 1740 wurde Neuenbürg die Weintraube als Siegel- und Wappenbild zuerkannt. Gehalten wird die Weintraube von zwei stehenden Löwen, die Stärke, Kraft und Durchsetzungswillen symbolisieren sollen.
In den Annalen von 1746 wird von einer fürchterlichen Hochwasserkatastrophe im Dorf berichtet; daraufhin wandte man sich in einem Bittschreiben hilfesuchend an die Obrigkeit.
Rechtsstreit zwischen dem markgräflichen Gesamthaus Baden überhaupt wie auch der Baden-Durlacher Linie insbesondere und dem Hochstift Speyer im Jahre 1762 um die Rechte an der Grafschaft Eberstein, insbesondere an der Stadt Gernsbach und den Dörfern Neuenbürg, Scheuren und Staufenberg. Neuenbürg bleibt zumindest vorerst unter der Ortsherrschaft des Hochstifts Speyer.
Bittschrift eines evangelischen Bürgers zu Oberöwisheim im Jahre 1749. In diesem Schreiben bittet jener die Gemeinde Neuenbürg um Aufnahme in ihr Dorf zwecks Heirat. Daraufhin wird ihm von Seiten der evangelischen Gemeinde Oberöwisheim gesagt, dass, wenn die evangelische Gemeinde zu Neuenbürg fremden Evangelischen die Aufnahme durch Verheiratung verweigert, bald die Zeit kommen würde, wo Neuenbürgs evangelische Gemeinde gänzlich aufhören würde.
Pfarrer Bender bittet im Jahre 1766 um Errichtung eines steinernen Kreuzes auf der Kirche mit Benediktion – göttlichem Segen. Erst 1768 wurde der Wiederaufbau des Langhauses durch Franz Christoph von Hutten zum Stolzenberg, 78. Bischof von Speyer, angeordnet.
150 Jahre nach der Zerstörung wird ab dem Jahre 1780 das Langhaus der Kirche aufgebaut, und der Bergfried als Glockenturm genutzt. Die Armut der Bürger und Einwohner des Dorfes soll so groß gewesen sein, dass das zum Steinebrechen benötigte Werkzeug in Bruchsal erbettelt werden musste. Unter der Rubrik „Kirchenbaulichkeiten zu Neuenbürg“ wurde eine 60-seitige Niederschrift im Jahre 1786 verfasst, in der auch ein Grundriss und ein Aufriss des damaligen Kirchturms zu Neuenbürg gezeichnet wurde.
Kirchturm zu Neuenbürg anno 1786
DORFLEBEN UNTER DEM HOCHSTIFT SPEYER
1790 erhebt Baden erneut Ansprüche auf das Dorf Neuenbürg, das zu den Ebersteinschen Allodien gehört. Noch aber bleibt Neuenbürg unter der Herrschaft des Hochstifts von Speyer.
Dienstag, 23. Oktober 1792: Protokoll über die Grenzbegehung und Grenzerneuerung zwischen Neuenbürg und Oberöwisheim.
Dienstag, 6. November 1792: Protokoll über die Grenzbegehung und Grenzerneuerung zwischen Neuenbürg und Odenheim.
Stadthalter und Ortsvogt Gödler schrieb um das Jahr 1798 an den hochwertigen Bischof und Reichsfürsten in Speyer: „Die bürgerlichen Wohnungen und Bauplätze zu Neuenbürg sind so rar, dass angehende junge Bürger weder ein Haus eigentümlich erwerben noch einen Platz zum Überbauen kaufen können. Und die Wege um uns sind immer noch in einem derart üblen Zustand, dass wir vorerst nicht verantworten können, Kinder und Erwachsene über Land zur Schule und zum Gottesdienst zu schicken.“
1797 wurde der Gemeinde Neuenbürg der Zehnte vom Kaiserlich-Königlichen Freikorps weggenommen und nach Philippsburg 171 Gulden und 50 Kreuzer als Brandschatzung der französischen Besatzungsmacht übergeben. Im Jahre 1799 wird der Gutsbestand der Herrschaft versteigert. Eine Landkarte von 1802 über den vom Hochstift Speyer genannten Kameralwald, auch Deugelwald bzw. Deichelwald genannten Wald, wird gezeichnet.
NEUENBÜRG WIRD BADISCH
1803 kommt Neuenbürg zur Markgrafschaft Baden. Das Hochstift Speyer unter der geistlichen Führung des Bischofs Philipp Franz Wilderich Nepomuk von Walderdorf wird als bisheriger Ortsherr aufgelöst. Philipp Franz Wilderich war somit der letzte Fürstbischof von Speyer für das Dorf Neuenbürg. Das Hochstift wurde als weltliches Territorium säkularisiert. In geistlicher Hinsicht existierte die alte Diözese rechtsrheinisch als Rumpfbistum unter dem Namen Vikariat Bruchsal noch bis 1827 fort und wurde danach dem Erzbistum Freiburg einverleibt.
Schließlich erhob sich 1806 die Markgrafschaft Baden zum Großherzogtum Baden und war bis 1871 ein souveräner Staat, der bis 1813 Mitglied des Rheinbundes und von 1815 bis 1866 des Deutschen Bundes war. Ab 1871 war es nur noch ein teilautonomer Bundesstaat innerhalb des Kaiserreichs. Das Deutsche Kaiserreich selbst existierte von 1871 bis 1918. In dieser Zeit brach der Erste Weltkrieg aus, in dem auch Neuenbürg 21 gefallene Mitbürger betrauern musste. Nach der Novemberrevolution und der Abdankung Kaiser Wilhelms des 2., die allerdings ohne seine Zustimmung zustande kam, wurde die Weimarer Republik ausgerufen, in der auch das Dorf Neuenbürg eingebettet war.
Unter der Rubrik Kammergut wurden die ersten handgemalten Skizzen von der Kirche mit Schlossgarten und Umgebung gefunden; ebenfalls gibt es handgemalte Skizzen von den ehemaligen Herrschaftsbesitzungen in Neuenbürg. Im Jahre 1813 zählt der Ort Neuenbürg 262 Einwohner.
Eine Skizze von Neuenbürg anno 1808
DIE DORFKIRCHE
Im Jahre 1832 wird der Turm bei einem Brand infolge eines Blitzeinschlags am Josefstag beschädigt und danach mehrere Meter abgetragen. Ebenso bekommt der Kirchturm nach dem Brand ein neues Dach, einen achtseitigen Knickhelm, das die Turmuhr und den Glockenstuhl für drei Kirchenglocken enthält.
Eine gemalte Karte von 1827, der Verteilungsplan des Deichelwaldes zu Neuenbürg, regelt die Besitzstände des Neuenbürger Waldes. Von 1890 bis 1892 wird das Langhaus der Kirche im neugotischen Stil nach Westen erweitert; dies ist heute noch gut erkennbar. Der Chorflankenturm an der Nordwand des Chors ist ein Überrest des ehemaligen Bergfrieds der Burg. Das Gotteshaus wurde im Innenbereich mit einer wunderschönen, einzigartigen Holzdecke ausgestattet; auch die Holzempore mit Orgel wurde beim Neubau geschaffen. Es gab zwei Seiteneingänge und einen Haupteingang. Ebenfalls sehenswert die Wandmalereien, Heiligenfiguren, der Hochaltar mit Tabernakel sowie die Kanzel. Der Innenraum der Kirche war ein kunsthistorischer Schatz, den die Neuenbürger mit viel Fleiß und Entbehrungen erschufen.
Innenansicht der Kirche St. Lukas 1890. Blick auf den Altar.
Blick auf die Empore mit der Orgel. Hier ist auch die Holzdecke gut zu erkennen.
Die evangelische Gemeinde Oberöwisheim erhielt 1892 den Diasporaort Neuenbürg. Im Jahre 1983 fand die endgültige Eingliederung von Neuenbürg in die evangelische Gemeinde Oberöwisheim statt. Allerdings waren evangelische Neuenbürger Gemeindemitglieder stets in kaum nennenswerter Zahl zu finden, da Neuenbürg fest in der römisch-katholischen Kirche verankert war und ist. Eine Renovierung der Kirche erfolgte in den Jahren 1912/1913. Die allgemeine Stromversorgung wurde in Neuenbürg im Jahre 1928 eingerichtet und war für das Dorf selbst ein Meilenstein und eine technisch große Errungenschaft.
Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil entschloss man sich in den Jahren 1969/1970 zu einer radikalen Renovation. In den Innenräumen der Sankt-Lukas-Kirche sollte kaum mehr etwas sein, wie es einst war. Bei der Renovation oder trefflicher gesagt beim Ausräumen der Kirchenräume kam es zu einer beispiellosen Zerstörung von jahrhundertealtem Neuenbürger Geschichtsgut und sakralen sowie historisch einzigartigen christlichen Kunstgegenständen wie Bildern, Kreuzen, Hochaltar, der Kanzel und vielen Heiligenfiguren, die entfernt oder einfach nur zerstört wurden. Der Kirchenboden wurde herausgerissen, und die wunderschöne und historisch einzigartige wie auch wertvolle Holzdecke wurde unter einer neuen, schlichten Decke begraben. Die einzigartigen Wandmalereien mit Gips und weißer Farbe wurden übertüncht, und die Heiligenfiguren, die man in der Kirche beließ, wurden abgebeizt und somit ihrer Farbe beraubt; ebenso wurden sie ihres Heiligenscheins entledigt.
Der Glanz, die Anmut und die Herrlichkeit des kleinen Dorfkirchleins war somit unwiederbringlich auch für zukünftige Generationen verloren. Dennoch ist der Chorraum in seiner spätgotischen Gestaltung ein sehenswertes Kleinod; ebenso ist das Grabmal der Maria Salome von Remchingen aus dem Jahre 1555 künstlerisch und historisch besonders beachtenswert. Was dieses Grabmal gleichfalls hervorhebt, ist die Tatsache, dass die Edelfrau Maria Salome von Remchingen zwar katholisch getauft und erzogen, aber später im Zuge der Reformation den protestantischen Glauben angenommen und diesen auch gelebt hat. Neuenbürg, das in seiner Historie so unendliches Leid gerade wegen der Konfessionszugehörigkeit erleiden musste, hat mit dem Grabmal der Maria Salome von Remchingen, die als stille Zeugin aus Stein im Chorraum der Sankt-Lukas-Kirche steht, eine Fürsprecherin für das Verbindende von katholischem und evangelischem Glauben. Die evangelische Edelfrau, die einst nach katholischem Ritus getauft wurde, durfte über all die Jahrhunderte hinweg den katholischen Gottesdiensten im Chorraum und in Altarnähe beiwohnen.
Historisch sehr wertvoll ist ebenfalls das Holzkreuz im Chorraum, das links neben dem Grabmal der Maria Salome von Remchingen hängt. Dieses Kreuz ist in besonderem Maße einzigartig, da es schon einige Jahrhunderte alt sein dürfte und somit das älteste Objekt in der Sankt-Lukas-Kirche zu Neuenbürg ist. Es ist anzumerken, dass die wunderschöne Holzdecke der Sankt-Lukas-Kirche bei der Renovation nicht entfernt wurde, sondern lediglich mit der jetzigen Decke überbaut wurde. Das Gleiche dürfte mit der einzigartigen Wandmalerei passiert sein; entweder wurde diese übermalt oder mit Gips überzogen. Ebenfalls fand man im Kirchenspeicher eine Platte vom alten Hochaltar, die wohl Reliquien enthalten soll. Diese Platte wurde in den 1980er Jahren an die Rückseite des Zelebrationsaltares angebracht. Ebenso wurde die Figur der Mutter Gottes, die bei der Renovation 1970 abgebeizt und in hölzerner Form über Jahrzehnte hinweg ihr Dasein fristen musste, wieder in ihre ursprüngliche Form, das heißt mit Farbe, ausgestattet gebracht. Allerdings hat sich der Standort der Mutter Gottes, die einst auf der rechten Seite, da wo jetzt der Tabernakel steht, verändert. Heute ist die Mutter Jesu Christi auf der linken Seite, wo einst die Kanzel stand, anzutreffen. Die noch übrig gebliebenen Heiligenfiguren der Sankt-Lukas-Kirche sind leider immer noch in ihrem hölzernen Zustand. Ursprünglich waren diese Figuren ebenfalls mit Farbe versehen und mit einem Heiligenschein über ihrem Haupt ausgestattet. Der Heilige Sebastian, der auf der rechten Seite des Chorbogens hing, ist nun im hinteren Bereich unter der Empore anzutreffen. Der Heilige Josef, der auf der linken Seite des Chorbogens hing, ist nur wenige Meter in den Chorbereich hinein gewandert und hängt auf der linken Seite des Chorbereichs. Auf der rechten Seite des Hochaltares stand einst unser Ortspatron, der Heilige Sankt Lukas; dieser ist im hinteren Chorbereich auf einem Sockel an der Wand rechts platziert. Auf der linken Seite des damaligen Hochaltares stand die Figur der schmerzhaften Gottesmutter mit dem durchbohrten Herzen eines Schwertes; diese hängt nun auf der linken hinteren Seite des Chorbereichs, ebenfalls auf einem Sockel an der Wand. Leider wurden der Gottesmutter das Schwert samt ihres Herzens entfernt. Was mit den beiden Mönchsfiguren, die einst neben der Mutter-Gottes-Statue standen, passiert ist, weiß man leider nicht. Ebenso stand auf einer grauen Holzsäule eine Priesterfigur rechts neben dem einstigen Marienaltar; diese Figur ist ebenfalls unauffindbar. Der graue Holzsockel, auf dem diese Figur stand, war noch bis in die 1980er Jahre hinein im unteren Stock des Glockenturms anzutreffen. Es ist nur schwer vorstellbar, dass diese sakralen Figuren gleich dem Hochaltar zusammen geschlagen wurden. Vielleicht kamen diese Figuren auch in anderen Kirchengemeinden oder in Privatbesitz unter; genaueres weiß man hierüber leider nicht. Auch das mittlere Fenster des Chorraums wurde ausgetauscht; das Fenster links beziehungsweise die beiden rechten Fenster wurden glücklicherweise in ihrem Ursprungszustand belassen. Ebenfalls wird berichtet, dass Neuenbürg vor der Renovation eine Werktags- und eine Sonntagsmonstranz hatte; wo die Werktagsmonstranz seinerzeit abgeblieben ist, weiß man ebenfalls nicht. Offensichtlich hatte die Kirche auch einen Taufstein; dieser ist ebenfalls unauffindbar oder eben auch der Renovationswut zum Opfer gefallen. Die Grabgruft der Ortsherren, derer von Remchingen, die sich im hinteren Chorraum der Kirche befunden haben soll, wurde wohl bei der Renovation zugeschüttet und mit den jetzigen Bodenplatten des Chorraums versiegelt. Noch vor wenigen Jahren konnte man im Chorraumspeicher, der über dem Turm frei zugänglich ist, Steine und Geröll aus Sandstein, der eventuell Jahrhunderte alt ist, erkennen. Diese Sicht auf eventuell historisches und uraltes Gesteinsmaterial wurde bei der letzten Renovation durch das Anbringen eines Holzbodens zunichte gemacht.
Erwähnenswert auch, dass hoch oben im Kirchturm eine seltene Glocke von 1921 hängt. Die kleinste Glocke stammt von der Bruchsaler Metallgießerei Hermann Allmers. Die Gießerei sowie die fast komplette Bruchsaler Innenstadt wurde im Zweiten Weltkrieg beim Luftangriff am 1. März 1945 auf Bruchsal völlig zerstört, und die Firmenbesitzer Hermann und Josephine Allmers kamen in den Flammen des Bombenhagels ums Leben. Da viele Glocken in den beiden Weltkriegen für den Krieg eingeschmolzen wurden und oft nur die kleinste Glocke behalten werden durfte, gibt es von der ehemaligen Bruchsaler Gießerei nur noch sehr wenige Glocken.
Die beiden großen Glocken stammen von der Gießerei Bachert aus dem Jahre 1951 und wurden seinerzeit bei einer feierlichen Prozession durch die Straßen Neuenbürgs bis zur Kirche hofiert. In der Melodiefolge der drei Glocken erklingt das Te-Deum-Motiv. Alle drei Glocken sind in den Uhrenschlag integriert. Die mittlere und die kleinste Glocke übernehmen den Viertelstundenschlag, und die größte Glocke den Stundenschlag. Auch läuten die Glocken das Angelusläuten, was in Neuenbürg Betglocken heißt. Ebenso wird bei Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen geläutet. Ostern, Weihnachten und das neue Jahr werden in besonderer Weise eingeläutet. Bei einer Eucharistiefeier wird bei der Wandlung geläutet. Auch wenn vom Ort jemand stirbt, was in Neuenbürg Schiedling heißt, ertönt eine einzelne Glocke dreimal kurz und zum Schluss alle drei Glocken mit Vollgeläut.
Unter der Glockenstube befindet sich auch ein stillgelegtes Räderuhrwerk der Firma Korfhage. Dieses Uhrwerk ist vollständig, sodass es jederzeit wieder aktiviert werden könnte.
Das Wahrzeichen des heutigen Dorfes Neuenbürg ist der alte Wehr- und Kirchturm der Sankt-Lukas-Kirche. Dieser ist von besonderer historischer Bedeutung, da er einer der wenigen erhaltenen befestigten Kirchtürme in unserem Raum ist. Die römisch-katholische Kirche zu Neuenbürg ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz. In den drei oberen Stockwerken des Turms befinden sich Schießscharten, sogenannte Schlüsselscharten, außen nur 8 cm, aber dafür innen mit einer Breite von 85 cm ausgestattet. Das Mauerwerk ist bis zu 1,70 m stark und ist der Überrest der einstigen Tief- beziehungsweise Wasserburg. Im oberen Bereich des Turms ist gut erkennbar ein Türbogen gemauert, sodass davon auszugehen ist, dass einst an dieser Stelle eine Wehrmauer mit Zugang zum Turm stand. Der Turm selbst bildet heute das Bild eines dreifach übereinander gesetzten Daches, wobei der obere Teil an die Form eines Zeltdaches erinnert. Angrenzend an die ehemalige Burg, die im Laufe ihrer bewegten Geschichte auch Schloss genannt wurde, liegt der auch noch heute so genannte Schlossgarten und die Schlossäcker, die namentlich an die einstige Zeit erinnern. Ob das Gewann Herrenwiese den Herren von Remchingen gehörte oder ob auf dem Kirchberg oder Kirchgrund jemals eine Kirche stand, ist nicht belegt. Allerdings haben Gewannnamen sehr oft einen tieferen Sinn, sodass es durchaus sein mag, dass einst eine Dorfkirche oder eine Kapelle an dieser Stelle stand.
Die heutige Orgel auf der Empore wurde 1996 als Opus von Karl Göckel gebaut. Sehenswert ist in der Weihnachtszeit auch die Krippe, die den ganzen hinteren Chorbereich einnimmt und mit viel Detailliebe gestaltet wird. Kirchlich gesehen ist Neuenbürg heute eingebettet in die römisch-katholische Kirchengemeinde Heilig Geist Kraichtal-Elsenz, die dem Dekanat Bruchsal und dem Erzbistum Freiburg angehört. Am 1. September 1971 vereinigte sich das Dorf Neuenbürg mit den Städten Gochsheim und Unteröwisheim sowie mit den Gemeinden Bahnbrücken, Landshausen, Menzingen, Münzesheim, Oberacker und Oberöwisheim zur neuen Stadt Kraichtal.